Freitag, Oktober 13, 2006

Von der Herrschaft zur Gemeinschaft

"Wir haben demgegenüber begonnen, Gott im Bewusstsein seines Geistes um Christi willen als den dreieinigen Gott zu verstehen, der sich selbst die einzigartige und vollkommene Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes darstellt. Verstehen wir Gott nicht mehr auf monotheistische Weise als das eine, absolute Subjekt, sondern auf trinitarische Weise als die Einheit des Vaters, des Sohnes und des Geistes, dann können wir sein Verhältnis zur der von ihm geschaffenen Welt auch nicht mehr ale ein einseitiges Herrschaftsverhältnis auffassen, sondern müssen es als ein vielschichtiges und mehrstelliges Gemeinschaftsverhältnis verstehen. Dies ist der Grundgedanke der nicht-hierarchischen, dezentralisierten, genossenschaftlichen Theologie."

Jügen Moltmann, Gott in der Schöpfung

Kann man das noch schöner sagen? Ich glaube nicht!

14 Comments:

Anonymous Anonym said...

wow.

Vermutlich sollt ich jenes Buch auch mal lesen....

12:45 PM  
Blogger Norbert said...

räusper...

1:02 PM  
Blogger Trinity said...

... das war klar. *grins*

1:07 PM  
Blogger Norbert said...

:o)

7:09 PM  
Blogger ahoi-pony said...

dreieinigkeit ist eben wie ein dreieck.

drei ecken machen ein ganzes aus. das is schon ziemlich verrückt wenn man das auf gott überträgt =)

10:11 AM  
Anonymous Anonym said...

hi trinity!

i am neo :-)

patris from jfx czech republic

9:12 PM  
Blogger Jocky said...

Ich glaube, ich habe es gecheckt. Sehr spannender Gedanke!

Allerdings: kann man das auch einfacher sagen? Oder muss das so klingen, damit es wirklich intelektuell klingt???

12:16 AM  
Anonymous Anonym said...

Ich probiers ma, für Jocky:

"Gott in sich is nich hierarchisch sondern ne geile Gemeinschaft - und die wWet und wir sind von diesem Gott geschaffen. Wozu also Hierarchie? (bzw. Leiterfixiertheit)"

so. das war jetz ma ganz platt formuliert. @Daggi - haut das ungefähr hin?

8:27 PM  
Anonymous Anonym said...

wWet? ich meine Welt.

8:28 PM  
Anonymous Anonym said...

ich würde noch einen schritt weitergehen und sagen:wenn wir begreifen und anerkennen das gott uns geschaffen hat und weiterhin das gott" alles ist was ist" kommt man nicht umhin zu erkennen daswir teil von gott sind und somit auch teil sind von seiner herrschaft und somit auch teilhaber und aktive mitgestalter der welt/seiner welt, das heist imeigentlichen sinne daswir keine leiter brauchen weil wir alles leiter sind....

8:35 PM  
Anonymous Anonym said...

s.a. 1. Petrus 2,1-10

8:38 PM  
Blogger Trinity said...

@Micha: Der nichthierarchische Gedanke ist bei Molmann zentral. Er begründet ihn im Herrschaftsverzicht Christi. Moltmann setzt sich für eine "beauftragende" Gemeinde ein, in der es durchaus das Amt gibt, dieses aber dafür da ist, das allgemeine Priestertum (1.Petr 2,10) zu stützen, anstatt die Aufgaben und die Verantwortung der Gemeinde innnerhalb der Kirche und für die Welt selbst wahrzunehmen.
Moltmann in "Kirche in der Kraft des Geistes":
"Das 'allgemeine Priesertum' der 'Gläubigen' kann nicht gegen die besonderen Aufträge, und die beonderen 'Ämter' können nicht gegen das allgemeine Priestertum der Gläubigen' gesetzt werden, wenn man die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, der 'mit allen ist', beachtet."
Insofern schätze ich seine Meinung, da Leitung ganz klar eine notwendige Aufgabe und Gabe an die Gemeinde ist, diese aber nicht "weltlich" als Herrschaftsinstrument verstanden und missbraucht werden darf. Wie dann Beauftragung und Leitung in der Gemeinde gestaltet wird ... da bin ich nicht dogmatisch sondern denke, dass es für den jeweiligen Kontext funktiondfähig designed werden muss.

@Nachbar "Klangfreund": Willkommen (auch) in meinem virtuellen Leben!
Zu deinem Satz: ... dass Gott "alles ist was ist": Das ist für mich persönlich eine steile These. Ich könnte momentan sogar schwer mitgehen, wenn ich sagen würde: "in allem ist, was ist".
"Gott ist alles was ist" geht mir zu nahe an den "Pantheismus", der letztlich dazu führt Dinge zu vergöttlichen. Das wird im Extrem Materialismus.
Ich sehe einen Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf, auch wenn ich einen Gott als den "total anderen" (Barth), der keine Berührungspunkte mit seinem Geschöpf hat nicht vertreten würde.
Moltmann sieht den Geist selbst als das verbindene Element zwischen Schöpfer und Geschöpf. Gottes Schöpfergeist durchdringt die Materie und ist somit auch in ihr zu finden. Das ist Pan-en-theismus. Vertreterin dieser Ansicht war auch jeden Fall die keltische Kirche und alle ihre heiligen Frauen und Männer. Auch Hildegard von Bingen in ihrer Kräuterkunde und Franz von Assisi z.B. in seinem Sonnengesang sind da sicher als Vertreter zu nennen.

9:05 AM  
Anonymous Anonym said...

thema keltische kirche : weisst du was über den streit zwischen der keltischen kirche und dem vatikan über den termin des osterfestes (war im mittelalter irgendwann)ich nur ungenaues und nur im zusammenhang mit der indischen mythologie ...,wenn du da näheres wissen solltest oder mir interessante quellen nennen kannst wäre ich dir dsehr zu dank verbunden ,und nun zum eigentrlichen thema :was ist mit der aussage ich bin das alpha und das omega ,der anfang und das ende,heisst für mich nichts anderes als ich bin alles ,lauch dasdazwischen ,ich bin das universum ich bin die erde ich bin aller stoff derexistiert6 somit seid ihr teil von mir ..,streitbare these ich weiss ,aber vielleicht mal bei nem guten martini jigger ausdiskutieren ?
würd mich freuen...
ach ja die sonnengesänge vom franz...waren sozusagen meine erste christliche lektüre ,bin durch nen film über ihn draufgestossen und ist schon leider vielzu lange her dasichs gelesen habe ,werde ich wohl mal wieder tun müssen...

8:39 PM  
Blogger Trinity said...

@ Klangfreund. Du spielst vermutlich auf die Synode von Whitby (664) an. Sie gilt als der Höhepunkt der Auseinandersetzung zwischen der römischen und der keltischen Kirche. Zur Synode kam es deswegen, weil König Oswin eine Prinzessin aus Kent heiratete und das Königspaar dann an einem Hof an zwei verschiedenen Tagen das Osterfest feierte, am römischen Ostertag (nach dem julianischen Kalender) und am keltischen Ostertag (nach dem Monkalender, der für die oströmische Kirche verbindlich war). Um die Harmonie an seinem Hof wieder herzustellen, ließ Oswin Vertreter beider Kirchen ins Kloster Whitby kommen, um den Streit zu klären und eine Entscheidung über einen gemeinsamen Termin zu treffen. Die Synode von Whitby wird oft etwas übertrieben als eine Auseinandersetzung zwischen der römischen "imperialen" Religion und der einfachen einheimischen Spiritualität angesehen, die durch die Macht der katholischen Kirche plattgebügelt wird. Das finde ich doch sehr einseitig. Die keltische Kirche sah sich als Teil der katholischen Kirche und Whitby war nicht eine konfessionelle Rivalität wie später in der Reformation. Allerdings war es ein Wendepunkt in der Geschichte und sie war sicher der Anfang vom Ende des einheimischen keltischen Christentums, obwohl dieses Whitby in manchen Religionen noch bis zu 500 Jahre überlebte. Es wurde wahrscheinlich mehr durch die Einfälle der Wikiunger zerstört, als durch einen römischen kichlichen Imperialismus.

Gute Lektüre zur keltischen Kirche: Der keltische Weg von Ian Bradley

10:09 AM  

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